Träumen mit dem Wind.....

von

Cathy L. Palmer


9 _________________________________ Neue Freunde

Am nächsten Morgen wurden Eduardo durch
ungewohnte Geräusche geweckt.
Reges Treiben war vor ihrer Hütte.
Er hörte seine Mutter mit anderen Frauen reden.
War er wieder zu Hause - war er wieder in Argentinien,
hatte er alles nur geträumt?-
Nein, denn als er die Augen öffnete befand er sich
in einer für ihn fremden Umgebung. Doch durch die vertraute
Sprache vor der Tür zog er sich blitzschnell an und ging
hinaus.
Er wurde von vielen begüsst.
„ Guten Morgen, Eduardo, na,
hast du gut geschlafen, Chicco?-
Das sind unsere neuen Nachbarn.“ Seine Mutter strahlte.
„ Da drüben sind die Kinder, die noch nicht zur Schule gehen.
Spiel doch mit ihnen. Hast du schon gefrühstückt?-
Auf dem Tisch steht frisches Maisbrot und Orangenmarmelade.
„ Und dann drehte sie sich um und lachte und schwatzte weiter
mit den Frauen.
Alle halfen sie mit die Hütte herzurichten und immer weniger
wurden die Kisten und Bündel.
Mit dem Jambrot in der Hand ging Eduardo
zu den jüngeren Kindern der Siedlung.
Sie spielten Verstecken und es dauerte gar nicht
lange und er war mit dabei.
Es war fast wie daheim, er verstand sich gut mit ihnen,
denn sie redeten ja in derselben Sprache.
Der Tag verging schnell, denn alles war ja so aufregend neu.

Am Abend waren sie in der Nachbarschaft eingeladen.
Ein kleines Fest war angesagt, wie jeden Samstagabend.
Nun lernte er auch die Kinder in seinem Alter kennen
und die schon grösseren.
Sie erzählten ihm alle von ihren Erlebnissen in der Schule.
Auch natürlich von den Schwierigkeiten, die sie alle am
Anfang hatten, bis sie die neue Sprache konnten.
Alles hörte sich sich so aufregend an und dennoch war er
trotz seiner geweckten Neugier auch ein wenig ängstlich.
Noch zweimal schlafen und dann würde auch er zur Schule
gehen können, hatte ihm sein Vater gesagt.

Es wurde viel erzählt und gelacht,
die Erwachsenen tranken Wein und bald
fand man sich zu heimischen Klängen zum Tanz ein.
Nun war es Zeit für die Kinder ins Bett zu gehen.
Die Musik klang noch lang durch die warme Spätsommernacht
und Eduardo träumte von der Schule,
die er doch nur vom erzählen her kannte.
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