Träumen mit dem Wind.....

von

Cathy L. Palmer

5 _______________________________________ Im Zug

Endlich sassen sie alle drei im Abteil des Zuges.
Die Mutter legte sanft einen Arm um Eduardo und
zog ihn mit seinem Kopf in Richtung ihres Schosses.
„Schlaf ein bißchen, Chicco.“ Unsere Fahrt geht noch weit!
Doch der Junge stellte sich ans Fenster
und sah hinaus. Die Stadt war nun nicht mehr zu sehen.
Gleichmässig war das Rotieren der Räder zu hören
mit denen sich der Zug immer weiter von seiner Heimat entfernte.

Es war still im Abtei. Alle dösten vor sich hin.
Eduardo liess seine Augen über die Weite seines
Heimatlandes schweifen.
Er saugte förmlich mit seinen Blicken die Landschaft
in sich auf. Er wollte nichts vergessen, niemals.
Wildpferde rannten durch die weite Steppe,
dann wieder eine dschungelähnliche Vegetation.
Dann wieder argentinische Rinderherden,
die das saftige Pampasgras vor sich hin kauten
und dann wieder ein See voller Vögel.

Wasser - das Meer.
Meer, er musste unwillkürlich an seinen Lieblingsplatz,
den grossen ,flachen Stein denken.
Wie gerne wäre er jetzt dort.
Unbewusst schaute er in den Himmel nach den
Wildgänsen aus, aber er sah sie nicht.
Er wurde immer trauriger,
aber die Müdigkeit besiegte seine Traurigkeit.
Seine Augen brannten und er gähnte immer öfter.
Er kuschelte sich nun doch bei seiner Mutter an
und während er dem gleichbleibendem Zuggeräuschen
lauschte und sich vor ihm die letzten Bilder noch
einmal abspielten, schlief er selig ein.
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