Träumen mit dem Wind.....

von

Cathy L. Palmer

3 _________________________ Es heisst Abschied nehmen

Die aus Lehm gebaute Hütte hatte nur einen grossen Raum.
Es war dunkel und kühl hier drinnen trotz der Hitze draussen.

„Wasche Dich flink und ziehe Dir deine Sonntagskleidung
an, Chicco. Beeile Dich wir wollen gleich essen.“

Sie assen warmes Maisbrot und dazu frische Kaktusfeigen
und Guaven von Tellern mit abgestossenem Rand,
die auch voller Sprünge waren.
Alles halbwegs gute Geschirr war schon in Kisten verstaut
und diese standen mit Bündeln voller Wäsche
und Decken vor der Papptür der Hütte.

Langsam kam das Knarren eines Fuhrwerks näher.
Das Gepäck wurde schnell verladen und Eduardo durfte
sich hinten auf die Kleiderbündel setzen.
Der Wagen rümpelte die staubige Dorfstrasse
hinunter zum Bahnhof.
Die beiden Esel hatten einige Mühe den Hang hinauf zu kommen.

Da kam Pedro um die Ecke gelaufen,
er rannte winkend dem Karren hinterher.

„Adios , Eduardo! Komm bald wieder! „
Dabei kullerten ihm die Tränen in Bächen herunter,
er war ganz ausser Atem!
„ Amerika ist so weit weg!
Ich werde dich bestimmt nicht wiedersehen. „
Er bohrte sich die Fäuste in die Augen und blieb atemlos stehen,
denn er war so schnell gelaufen,
nur, um seinen Freund noch ein letztes Mal sehen zu können.

„ Adios, Pedro. Ich vergesse dich niemals!“
Ganz leise - kaum hörbar kamen diese Worte über
Eduardos Lippen, denn ein Kloss steckte ihm im Hals.
Sein kleiner Körper bebte unter seinem Schluchsen.
Verschleiert sah er Pedro, immer kleiner werdend,
winkend, und dann bald gar nicht mehr.-

Ach, wie hasste er dieses Amerika,
wo es keinen Freund wie Pedro geben würde.

Der Eselskarren erreichte den Bahnhof der nächst
grösseren Stadt.
Nun musste alles schnell gehen, denn der Zug wartete nicht.
Das Bunte hin und her zwischen Bahnhofsvorplatz
und dem Zug lenkte Eduardo von seinem Kummer etwas ab.

Alles war auf einmal so schrecklich aufregend!


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