Träumen mit dem Wind..... von
Cathy
L. Palmer 1
______________________________________ Eduardo Er
starrte mit Tränen in den Augen auf die ankommenden
blaugrünen Meereswogen
des Pazifiks.
Er - das war Eduardo.
Ein argentinischer Junge von acht
Jahren.
Sein kleines Heimatdorf Los Cervenas lag
an einer wundervollen
Bucht.
Doch morgen schon würde er mit seinen Eltern diese
Heimat
verlassen. Vieles würde anders werden.
In einem fernen, für ihn
unbekannten Land würde es aber
endlich Arbeit für seinen Papa geben.
Arbeit,dass bedeutet Geld,
Geld dass hiess nicht mehr arm sein!
Eduardo
sollte mehr als einmal Kleidung zum Wechseln haben.
Er würde nicht nur
Maisbrot und gegrillte Papayas geben und
er könnte die Schule
besuchen.
Doch all dies wollte er gar nicht.
Eduardo wollte lieber hier
bleiben, bei seinen Freunden,
den Kindern des kleinen Dorfes mit denen er
aufgewachsen ist.
Hier war es immer lustig! -
Wie würde es in diesem
fernen Land sein dessen Sprache er
nicht verstand?
Würden die Kinder mit
ihm spielen?
Mit einem Jungen, der so anders aussah als sie?
Oh, Eduardo
hatte so gehofft, dass sein Papa diese Arbeit
nicht bekommt ! Er würde lieber
weiter arm sein wollen und
später auch Fischer wie sein Vater und sein
Grossvater werden.
Seine Tränen, sie kullerten nur so die braungebrannten
Wangen
herunter.Er schluchzte und konnte es gar nicht glauben schon
morgen nicht mehr hier zu sein.
Sein Lieblingsplatz war dieser flache,
grosse ins Meer ragende
Stein, wo er so oft träumend sass und in der Weite
das kleine
Boot seines Vaters herbeisuchte.
„ Eduardooo - Junge wo
steckst du? Chiccooo!!!!.
Dies war die Stimme seines Vaters. Der Junge hörte
es und hielt
sich ganz schnell die Ohren zu.
So fest er konnte drückte er
beide Hände an seinen Kopf.
Er schloss auch seine Augen. -
Nein, er
wollte nicht entdeckt werden.
Doch seinen Namen hörte er dennoch.
Immer
deutlicher hörte er es.
Plötzlich spürte er eine warme Hand auf seiner
Schulter.
Sie liess ihn hochschrecken.
Vor ihm stand sein Vater und
lächelte ihn an.
„ Komm, mein Junge, es ist Zeit .“
In diesem
Augenblick hörte er sie ! -
Ein vertrautes Schreien lag in der Luft, dass
immer näher kam.
Er schaute in den azurblauen Himmel, um sie zu sehen.
Wie eine dunkle Wolke am Himmel zogen sie gleichmässig dahin.
Wildgänse -
sie ziehen nach Norden, dachte er-
sie ziehen in das Land, in das ich morgen
fahre.
Doch sie kommen irgendwann in den Süden zurück.
„ Werde auch ich
wieder zurückkommen, Paps?“
Unter Tränen und Schluchzen hatte Eduardo den
Wildgänsen
am Himmel nachgeschaut.
„ Wir kehren auch irgendwann zurück,
Eduardo, ja bestimmt.
Nicht so schnell wie diese Gänse, aber irgendwann,
Du wirst es schon sehen.Alles wird gut werden, mein Junge.“
„ Werde ich
die Wildgänse in diesem fremden Land sehen können?“
„ Vielleicht nicht diese,
aber es wird dort auch Wildgänse geben !
Bestimmt, Chicco!
Langsam
gingen sie Hand an Hand schweigend zurück zum Dorf.